Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten drei Jahrzehnten stark verändert. Das soll weder eine negative noch positive Bewertung sein. Lediglich eine Feststellung.

 

Uns fällt auf, dass unsere „neuen“ Pensionäre schon lange nicht mehr die sind, wie vor 20 oder 30 Jahren. Unsere Senioren sind sportlich, sehen jung aus, sind modisch gekleidet, agil und hilfsbereit. Warum sollte man nicht solche erfahrenen Menschen mit ins Boot holen, wenn es um eine neue Schule geht.

 

 Jeder Pensionär schaut auf einen Riesenberg Erfahrung und würde diese auch teilen, vielleicht auch, weil die eigenen Enkelkinder sehr weit weg wohnen. Wir glauben, dass es einige Pensionäre gibt die Lust auf ein solches Projekt haben.

 

Sie sind bei uns herzlich willkommen!

 

 

Wir sehen nachhaltige und langfristige Effekte in der Vernetzung zweier etablierter Institutionen: Schule und Seniorenheim. Wir streben eine Kooperation mit einem Träger der Altenhilfe an (Seniorenbetreuung und Pflege), können uns auch eine gemeinsame Nutzung eines Objektes, einer Immobilie, vorstellen.

 

Unsere Vision ist wie folgt: Bestimmt gibt es Pensionäre die sich einbringen wollen, z.B. Schülern aus der 1. Klasse etwas vorzulesen oder sich von Drittklässlern vorlesen zu lassen. Andere haben vielleicht Lust gemeinsam mit den Schülern einen Garten anzulegen und zu pflegen. Gern würden wir unseren Schülern durch Ihre Erfahrung ermöglichen Handarbeiten zu erlernen und vielleicht auch für das Töpfern  zu begeistern. Nicht jedes Kind hat einen Opa der gemeinsam mit ihm das Fahrrad repariert auch hierbei wünschen wir uns Senioren als Partner.

 

Eine Kooperation wird die soziale, gesellschaftliche und karitative Ebene der Schüler, Lehrer und auch Eltern zu den Bewohnern des Altenheims umfassen. Schülergruppen oder Schulklassen werden die Senioren kontinuierlich besuchen, ebenso werden Besuche der Senioren in der Schule stattfinden.

 

 

 

Die Kinder lesen dann beispielsweise den Senioren vor, andere werden für sie, auch mit ihnen zusammen, einkaufen. In der Weihnachtszeit backen die Schüler Plätzchen mit den Pensionären, verteilen diese im Altenheim und teilen diese. Sie singen gemeinsam traditionelle und moderne Weihnachtslieder. Es wird Nachmittage geben, an denen gefeiert wird und einstudierte Programme aufgeführt werden. Im Jenaplan-Konzept spielt die gemeinsame Feier eine zentrale Rolle. Wir wollen diese gemeinsame Feier in die Gesellschaft tragen.

 

Unterrichtsinhalte werden sich mit der Veränderung der Gesellschaft befassen. Alternde Menschen sollten nicht nur als „demografisches Problem“ gesehen werden, wir wollen in unserer Schule Pensionäre als Bereicherung verstehen und den Kindern als Wert vermitteln.

 

Unsere Schüler werden durch die Kooperation u.a. die Möglichkeit erhalten, erlebte und gelebte Geschichte anhand der Biografien der Zeitzeugen kennen zu lernen. Zudem wird in diesem Zusammenhang soziales Handeln eingeübt. Unsere Schüler können beispielsweise kleine Aufgaben für die Senioren erledigen. Gesellschaftliche Probleme wie Einsamkeit und Isolierung älterer Menschen können dadurch angegangen werden. Die Schüler werden in ihrem Engagement im Altenheim aber nicht nur einen sozialen Dienst am Nächsten sehen, sondern auch einen wichtigen Schritt in ihrer persönlichen Entwicklung machen. Sie lernen in der Arbeit mit den Senioren, Hemmschwellen zu überwinden. Sie werden Distanz zu Menschen abbauen, die geistig eingeschränkt und nicht mehr mobil sind, und sie werden sich aktiv mit gesellschaftlich tabuisierten Themen wie „Alter“ oder „Tod“ auseinandersetzen. Partizipieren wird unsere Schule auch von den Senioren, die unsere Lernlandschaft bereichern werden.

 

 

 

Auf dem Stundenplan des Freizeitunterrichts werden Aktivitäten stehen, die den Lehrplan der Schule bereichern, zum Beispiel Schach, Bridge oder Gesellschaftsspiele spielen.  Gelernt werden dabei soziale Kompetenzen, Einblicke in das Leben von Älteren, Teilhabe und die Erkenntnis, dass man als junger Mensch von dem Wissen und den Erfahrungen der Älteren profitieren kann. Zudem werden uns Senioren in ihrer Profession unterstützen, können beispielsweise in der Werkstatt, im Schulgarten, im Atelier oder im Musikraum Kurse anbieten und handwerkliche, fachliche sowie praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln und die Pädagogen dabei unterstützen.

 

Wir denken Schule als lebensnahes System und sind davon überzeugt, dass eine Kooperation mit der Altenhilfe eine Bereicherung für beide Seiten ist – Schüler und Senioren.